Grenzerfahrung ...
Bikes on World Tour

Warum

Nach 18 Jahren im Beruf habe ich den Wunsch einmal diese Welt völlig hinter mir zu lassen, mich treiben zu lassen, nicht auf die Uhr schauen zu müssen, geschweige denn in den Kalender, ob ich am nächsten Tag ein Meeting habe. Ich habe zahllose Dokumentationen über diese Welt im Fernsehen verfolgt und darüber gelesen. Nun will ich es selbst erleben und meinen Jugendtraum in die Tat umsetzen. Doch die ganzen Jahre erschien mir dieser Traum nicht realisierbar. Bis ich im August 2001 auf die gleichgesinnte Frau getroffen bin, mit der ich diesen Traum verwirklichen will. Ganz langsam haben wir uns an dieses Thema heran getastet, erst mit Berichten über unsere eigenen Reisen. Ulrike konnte damals schon von ihrem Sabbatical in Südostasien und Australien vorschwärmen. Der Wunsch, solch ein Abenteuer gemeinsam durchzustehen, wurde immer stärker. (Kai) 

Kai September 2002

Ein Diavortrag in Düsseldorf im Februar 2001 brachte mich aus der Ruhe. „In 16 Jahren um die Welt.“ ließ meine Phantasie Purzelbäume schlagen. Der Wunsch war wieder in mir, auf Reisen zu gehen, oder wie meine Mutter sagt, auf Schlür. Den Rucksack packen und an die Reise 2000 anschließen und weiter durch die Weltgeschichte zu bummeln. Allerdings war ich gerade dabei, mir von neuem ein normales Leben aufzubauen. Kai ließ meine Sehnsüchte aufflammen. Keine Woche verging, in der wir nicht über Reisen und Abenteuer sprachen. Festzustellen, dass Kai die gleichen Träume hegte, war für mich zu schön, um wahr zu sein. (Ulrike)

Dass wir beide gern Motorrad fuhren, spielte erst keine Rolle. Oder doch und keiner traute sich, zuerst den Gedanken auszusprechen? Irgendwann war es raus: aufs Motorrad setzen und losfahren, wenn das doch wahr werden könnte. Viele Fragen stellten sich. Können wir das? Wohin wollen wir fahren? Haben wir den Mut, alles hinter uns zu lassen und uns auf eines der letzten Abenteuer diese Welt zu begeben? Ein Endurokurs und ein Urlaub in den Pyrenäen mit unseren Motorrädern haben uns den Rücken gestärkt und nun sind wir fest davon überzeugt:

Wir   können   es   !!!

Doch möchten wir nicht einfach nur losfahren und in den Tag hinein leben. Dafür sind wir zu sehr an den Menschen und ihrem Leben interessiert. Als wir darauf stießen, dass schon Alexander der Große bis nach Indien gekommen war, stand für uns fest, dass wir auf seinen Spuren reisen möchten. Es wird interessant sein, zu sehen, welche Spuren ein junger Grieche 300 Jahre vor Christi Geburt hinterlassen hat. Er war sozusagen der erste Europäer, der Asien bereiste.

Daher werden wir uns von Hilden zur Türkei auf den Weg machen, um dann weiter über den Iran und Pakistan nach Indien zu fahren. Irak und Afghanistan werden wir aufgrund der politischen Situation auslassen.

Das deckt den ersten Teil unserer Reise ab. Dann machen wir zeitlich einen Riesenschritt nach vorne und reisen auf den Spuren der ehemaligen Kolonialmächte von Nepal über Südostasien nach Australien und Neuseeland. In Asien in eine ganz andere Kultur einzutauchen, um dann in Australien wieder in die westliche Zivilisation zurückzukehren, sehen wir als eine besondere Herausforderung an. Wir wissen, wie wir in unserer Gesellschaft funktionieren können und müssen. Wie werden wir in schwierigen Situationen zurechtkommen, ohne zu wissen, wie wir dann funktionieren müssen?