schoen verzurrt im "eigenen" Container
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Die erste wahre Herausforderung - oder - Vor Australien hat der liebe Gott Singapur gesetzt
Oft werden wir gefragt, ob wir denn keine Schwierigkeiten haetten, die Motorraeder ueber die vielen Grenzen zu bekommen. Jeder staunt, wenn wir sagen, dass wir bisher ueberhaupt keine Probleme hatten. Aber das aendert sich jetzt, denn wir reisen nach Singapur ein. Wir hatten schon vorher davon gehoert, es nicht richtig glauben wollen, aber man benoetigt mindestens 2 Tage, wir sogar 4, bis alle Papiere zusammen gesucht sind. Ein Dokument bekommen wir nur im Stadtzentrum von Singapur. Das heisst, dass wir extra mit dem Bus in die Stadt muessen, ein netter Tagesauslfug. Um hier nicht zu sehr mit den Details zu langweilen, haben wir unten eine Aufstellung angefuegt, wo und wann man welche Dokumente bekommt.
Das Motorradverpacken und –verschicken ist dagegen ein Kindergeburtstag. Wir fahren die Motorraeder aufgepackt in den Container, dort werden sie ordentlich verzurrt und das ist es auch schon. Jetzt bleibt nur noch abzuwarten, wie gut wir die Motorraeder in Australien durch den Zoll und die Quarantaene bekommen. Wir hoffen, dass das keine "tolle Story" wird.
Macht Spass zu lesen? Das Ende der Geschichte findet ihr in unserem Buch.
Hier die Details, wie ihr die Motorraeder nach Singapur bringen koennt.
Vorbereitungen
- Hotel in Johor Bahru (JB) nehmen
- Motorradversicherung bei UniAsia General (17/18th Floor Jln Tebrau, 80250 Jahor Bahru, Tel. 07-2230488 http://www.uniasiageneral.com.my) ca.70 RM pro Motorrad fuer einen Monat (14 Euro), gilt in Malaysia und Singapur
- Mit dem Expressbus nach Singapur fahren bis Endstation (2,40 RM p.P.), MRT-Bahn von Station Busit bis Somerset fahren, 10 min Fussweg bis Automobilclub Singapore, River Valley Road (Mo-Fr, 8.30-17.30), dort bekommt ihr das ICP (International Circulation Permit). Dafuer braucht ihr das Carnet de Passage, Versicherungspolice, Pass, deutschen Kfz-Schein sowie 10,50 S$ pro Motorrad. Dort auch das Carnet fuer die Einreise und evtl. die Ausreise auf der Rueckseite stempeln lassen (endorsement). Der AAS will wissen, wann und wie die Motorraeder das Land verlassen. Daher am besten vorher Kontakt mit einem Shipping Agent aufnehmen. Die rufen da tatsaechlich an und kontrollieren. Stadtkarte von Singapur gibt es dort auch.
- Zurueck nach JB. Auf dem Rueckweg an der Grenze mehrere Departure und Arrival Cards mitnehmen und bereits im Hotel ausfuellen, das spart Zeit an der Grenze.
Einreise nach Singapur mit dem Motorrad
- Frueh starten
- Auf der malayischen Seite ganz links die Motorradspur nehmen. Nach der Passkontrolle nach Customs fragen und Carnet stempeln lassen.
- Rueber nach Singapur fahren
- Direkt bei der Cargo/LKW-Spur anstellen (hier werdet ihr eh hingeschickt)
- Carnet stempeln lassen
- Bei Transport Authority einen Autopass kaufen (1 Tag = 10 S$). Folgende Papiere werden benoetigt: ICP, Carnet, Pass, Versicherungsnachweiss, Fuehrerschein (nationaler reicht).
- Willkommen in Singapur
- Die Expressways zum Shipping Agent nehmen. Wir haben mit Megastar Shipping in der Neil Road 21 a verschifft.
- Angie Ong von Megastar Shipping stellt die Ladepapiere aus.
- Den PSA (Hafen-) Pass bekommt ihr am Verwaltungsgebaeude des Hafens am Gate 1, am Ende der Cantonment Road.
- Am Gate 3 werdet ihr mit den Motorraedern hereingelassen. Das liegt ca. 10 km westlich vom Gate 1 direkt an der Hafenfront. Bei Customs direkt am Gate die Carnets stempeln lassen.
- Im Hafen Halle PT1 und bei Mr. Sum melden.
- Ladepapiere abgeben und Motorraeder in den Container fahren.
- Motorraeder werden verzurrt und der Container versiegelt. Evtl. wird noch anderes Ladegut beigepackt. Tankinhalt wird nicht kontrolliert, Batterie muss nicht abgeklemmt werden wie bei Aircargo.
- Hafen zu Fuss verlassen und Buslinie 143 bis New Bridge Road nehmen. Von dort 10 min Fussweg zu Megastar.
- Die Bill of Landing ist euer Versanddokument. Oben rechts steht die B/L No. (Referenznummer), im Hauptfeld die Container Nummer und die Siegelnummer.
- Urlaub auf Bali machen oder Freunde in Australien besuchen, denn die Schiffsreise dauert 10 - 12 Tage.
Kosten in Singapur
- Shipping Charges: 275 USD pro Motorrad
- LCL Charge (less container load): 20 S$ pro cbm
- WHC Charge (wharf handling charge): 1,75 S$ pro cbm
- UCI Fee: 10 S$ pro Ladung
- B/L Document Fee: 50 S$ pro Ladung
Wir haben fuer 2 Motorraeder (5,8 cbm Aussendimensionen nehmen) 550 USD und 186,10 S$ bezahlt.
Motorraeder abholen in Darwin
- Am besten telefonisch Kontakt mit Perkins aufnehmen und nachfragen, wann die Motorraeder von Customs und Quarantine Inspection besichtigt werden koennen.
- Mit diesem Termin zu Customs in der 21 Lindsay Street gehen und Termin vereinbaren. Der Customsbeamte benoetigt die B/L. Er organisiert auch den Quarantine Termin, so dass beide Inspectionen zur gleichen Zeit stattfinden koennen. Kostet 87 AUS$. Carnets, Zulassung und Pass nicht vergessen.
- Etwas vor dem Termin bei Perkins im Francis Bay Drive erscheinen und die Hafengebuehren von rund 150 AUS$ bezahlen.
- Jetzt zeigt sich, ob ihr Ausruestung und Motorrad gut gereinigt habt. Die Campingausruestung wird eingehend inspiziert, ebenso das Motorrad einschl. Luftfilter. Bei uns gab es keine Beanstandungen. Uebrigens kleinere Stellen duerft ihr selbst reinigen, ansonsten darf nur Perkins reinigen und das kostet 50 AUS$ pro Stunde. Und wenn die Leute von Perkins sehr beschaeftigt sind, kann das auch mal einige Tage dauern. Inspektionsgebuehr wird dann auch wieder faellig.
- Jetzt koennt ihr losfahren und zwar zur Motor Vehicle Registry in der Goyder Road am Stuart Highway. Dort gibt es einen Mini-TUeV und die Registrierung eures Fahrzeugs. Auch muss dort die "Third Party Compensation Contribution" faellig, eine Versicherung von Personenschaeden Dritter, ist also keine Motorradhaftpflichtversicherung eures Motorrades. Kostet fuer drei Monaten in den NT rund 150 AUS $ pro Bike. Muss nach Ablauf in dem Bundesstaat , in dem ihr gerade seid, verlaengert werden. Gleiche Prozedur.
- Hit the road now - good luck.
Das Schoene an Darwin ist, dass alles zu Fuss zu erreichen ist und ihr keine Taxis oder oeffentliche Verkehrsmittel braucht. Das spart etwas Geld, das man in Australien besser in Benzin investiert. Die Leute sind sehr freundlich und hilfsbereit, nicht wie in Sydney, wie wir gehoert haben. Auch kann man in Darwin bestens seine Ausruestung komplettieren.
(Ulrike Teutriene, Kai Grimmel, Alice Springs / Australien, 16.05.2004)
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