2. Tag KKH, Dassu – Gilgit , 290 km
Wir schaffen es tatsächlich, um 8.00 Uhr loszufahren. Auf dieser Piste sind die 290 km ein ganz schöner Ritt. Langsam wechselt die Landschaft. Während unten weiter noch die Berge grün sind, wird es jetzt langsam grau und karg. Das Grün war schon Klasse. Nach so langer Zeit in wüssten Gegenden, sind die Reisfelder eine wahre Augenweide. Aber nun bleibt es erstmal wieder karg.
Wir kommen an Stromschnellen vorbei, die uns schaudern lassen. Gut, dass wir dort nicht durch müssen, durch die 2-3 m hohen Wellen. Dann wird der Indus wieder etwas ruhiger, dafür werden die Erdrutsche beeindruckender. Wenn wir an den Erdrutschfeldern vorbeifahren und dabei hochschauen, bekommen wir Gaensehaut. Riesige Steine haengen noch im Berg. Jetzt wissen wir, warum Karakorum "bröckelnder Fels" heißt. Wenn sich da jetzt einer löst …
Tatsächlich scheint auch kurz vor uns einiges heruntergekommen zu sein. Wir kommen um die Kurve und alles steht. Eine uralte Planierraupe schiebt gerade Massen von Geröll in den Abgrund. Alle sitzen und schauen zu und warten.
Der letzte Teil nach Gilgit führt durch ein weites Tal, aber auch hier viel Erosion. Wir machen Strecke, die Kurven sind schön lang-gezogen, es geht voran. Aber immer zwischen-drin ein Blick auf die Berge, sofern es möglich ist. Heute ist es ganz verhangen. Es ist halt Monsun. Aber den Nanga Parbat (8125 m hoch) haben wir gesehen
In Gilgit geht es zu Madina’s Guesthouse. Eine wahre Oase fuer uns. Ruhig, sauber, andere Reisende mit denen wir uns austauschen koennen. Niemand der ruft: Hallo Mister! Die Kinder unterwegs sind manchmal eine Plage. Sie werfen mit Steinen oder machen sonst einen Bloedsinn. Aber viele sind auch ganz lieb und winken uns zu.
Wir fallen wirder total erschoepft ins Bett.
Macht Spass zu lesen? Wie wir den gesamten KKH abfahren, findet ihr in unserem Buch.
(Ulrike Teutriene, McLeod Ganj, Indien, 24.08.2003)