Karijini National Park
Jeden Abend geniessen wir das gleiche Schauspiel: der Himmel ueber uns hellrosa, am Horizont ein tuerkisblaues Band, Wolken tieforange von der untergehenden Sonne angestrahlt, weisse Snappy-Gum Baeume und silbergraues Spinifexgras vor den blutroten Felsen. Ich kann mich kaum sattsehen.
Wir verbringen 10 Tage in der Einsamkeit des Karijini Nationalparks in der Hamersley Range. Unser Bushcamp haben wir knapp ausserhalb des Nationalparks aufgeschlagen, ein Geheimtipp, den wir in Broome bekommen haben. Das der Tipp nicht mehr der geheimste ist, wird uns klar, als sogar Tourgruppen ihre Zelte hier aufschlagen. Aber das Gelaende ist so weitlaeufig, dass das Robinson-Crusoe-Gefuehl trotzdem erhalten bleibt. Zum Einkaufen nach Tom Price fahren wir 180 km hin und zurueck, Trinkwasser gibt es in 10 Kilometer Entfernung, koestliches Brunnenwasser.
Der Park befindet sich etwas oberhalb des Wendekreises des Steinbocks und liegt somit in den Tropen. Etwas das wir im Juli kaum spueren. Wir lassen das Lagerfeuer auch tagsueber nicht ausgehen. Der Regen tut das seinige dazu.
Aus der Ebene heraus erhebt sich die mineralienreiche Hamersley Range, ca. 1.000 km noerdlich von Perth. Die eisenhaltigen Baender in vielen der Felsen in und um die Schluchten sind vor mehr als 2.500 Millionen Jahren entstanden, als sich eisen- und silikathaltige Ablagerungen auf einem frueheren Meeresgrund abgelagert haben. Durch das Absinken des Meeresspiegels haben sich die Fluesse tief in das Land eingeschnitten und steilwandige Schluchten geschaffen. Dies, in Verbindung mit Millionen von Jahren der Erosion, hat das Gestein zu der jetzigen Landschaft geformt.
Eisenerz wird noch heute abgebaut. Die Asbestminen hat man in den 60’er Jahren geschlossen, als bekannt wurde, wie gefaehrlich das Material ist. Wittenoom war die groesste Minenstadt in Western Australia zu der Zeit. Heute ist die am noerdlichen Rand des Nationalparks liegende Stadt fast vergessen. 20 Einwohner und ein Postamt gibt es noch.
Wir erkunden ausgiebig die touristisch erschlossenen Schluchten wie Hamersly-, Dales-, Weano- und Knox-George. Die interessantesten Ein- und Ausblicke muessen wir uns erklettern.
Macht Spass zu lesen? Das Ende der Geschichte findet ihr in unserem Buch.