Heute schon ein wenig Pfeffer gepflueckt?
2004 ist das Jahr der Verkehrstoten. Naja, offiziell heisst das „Weltgesundheitstag 2004: Sicher fahren - gesund ankommen“, aber nachdem was wir so auf der Strasse gesehen haben...
Jedes Jahr sterben weltweit ungefaehr 1,2 Millionen Menschen an den Folgen von Verkehrsunfaellen. Fast 90 % davon in Entwicklungslaendern, obwohl die Fahrzeugdichte dort wesentlich geringer ist, als in westlichen Laendern. Besonders hoch ist hier die Anzahl der Unfaelle mit kleinen Motorraedern.
Wir sind froh, dass wir nicht direkt bei einem Unfall erste Hilfe leisten muessen, denn so wie die kaputten Autos aussehen, wuerden wir wirklich starke Nerven und eine gesunde Portion „Ich-kann-Blut-sehen“ brauchen. Ganz zu schweigen von einem Verbandskasten, der die Groesse unserer Boxen sprengt. Liegt es nur an der Armut in diesen Laendern, dass so viel passiert? Sicherlich ist nicht das Geld fuer gute Schutzausruestung vorhanden. Wer kann sich hier schon fuer 200 Euro einen Helm leisten? Aber Geld kann nicht die einzige Rolle spielen. Vorsichtiges und vorhersehendes Fahren wuerde schon so manche brenzlige Situation vermeiden. Doch wenn in Laos zwei LKW-Fahrer auf einer schmalen Strasse bergab ein Wettrennen veranstalten und ihnen in einer Kurve ein Bus entgegenkommt, nutzt es den 80 Toten nicht, dass der Busfahrer ganz vorsichtig gefahren ist. Wir haben den Eindruck, dass ueberhaupt kein Gefuehl fuer die Gefahr vorhanden ist. Und keine Angst vor dem Tod.(sehr gut beschrieben im Time Artikel "Mean Streets" <http://www.time.com/time/asia/magazine/article/0,13673,501040809-674826,00.html> 02.08.04)
Wir haben Einiges gesehen, in den 365 Tagen, die wir nun schon auf der Strasse sind. Und wir haben Einiges gelernt. Zum Beispiel vorsichtig fahren. Im Iran fing es an, das Jederzeit-ausweichen-koennen-muessen. In Indien haben wir unsere Sechster-Sinn-gesteuerte Fahrtechnik perfektioniert. Und in Laos haben wir nur 3 Huehnern das Leben verkuerzt.
Macht Spass zu lesen? Das Ende der Geschichte findet ihr in unserem Buch.
(Ulrike Teutriene, Exmouth / Australien, 24.07.2004)