Auf und nieder immer wieder
Wir verlassen den dichten Busch, durch den wir schon einige Stunden wandern und steuern auf die letzte Anhoehe zu. Dort oben hinter der Kuppe muss der Leuchturm von Cap Brett liegen. Und damit auch die lang erwartete Huette, in der wir uebernachten werden. Oben angekommen, koennen wir es kaum fassen. Die Huette liegt direkt unten am Wasser, dass heisst, wir meussen erste den steilen Abhang hinunter, bevor wir unsere mueden Beine ausstrecken koennen. Wir geniessen den Blick auf die vorgelagerten Felsen und die Weiten des Pazifik, Ruhe und Zufriedenheit kehrt in unsere Seelen ein. Zufriedenheit nach stundenlagem Wandern durch teilweise dichten Busch, ein fast stetiges Auf und Ab, kaum flache Stellen, oft mit atemberaubenden Ausblicken auf die Kueste. Und wir haben Glueck, die Sonne lacht.
In der Huette treffen wir zwei Kanadierinnen. Sie arbeiten schon kraeftig an ihrem Abendessen, denn alle Huetten auf Neuseelands Wanderwegen sind Selbstversorgerhuetten. Da heisst es, Essen, Kochgeschirr und manchmal sogar den Kocher selber mitzubringen. Wir rollen unsere Schlafsaecke auf den Matratzen Marke Jugendherberge aus. Nach einer kleinen Staerkung mit Tee und Keksen haben wir die Anstrengung der letzten 8 Stunden und 600 bis 800 Hoehenmeter fast vergessen.
Mit mueden Beinen starten wir am naechsten Morgen den Anstieg hoch zum Leuchtturm. Zurueck zum Startpunkt nach Rawhiti geht es den gleichen Weg, 20 Kilometer entlang der Bay of Islands.
Wir freuen uns schon auf unseren kleinen Campingplatz, der eigentlich eine grosse Wiese mit einer alten Schule darauf ist und vom Maori Trust betreut wird. Uebrigens kostet die Benutzung des Wanderweges 30 NZD/p.P. (16 Euro), die Uebernachtung in der Huette 12 NZD/p.P. (7 Euro) und der Campingplatz 10 NZD/p.P. (6 Euro). Alles kann in der Touristeninformation von Russell gebucht werden.
Unser erster Tramp, wie Wanderungen hier in Neuseeland heissen, war anstrengender als wir dachten.
(Kai Grimmel, Invergargill / Neuseeland, 30.12.2004)